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Geschichten, die bleiben

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Sie sind der Inbegriff von Geschichten.

Schon unsere Vorfahren erzählten sie am Feuer oder auf Marktplätzen. Eltern in aller Welt lesen sie in Kinderzimmern vor. Sie waren Vorbild für zahllose Zeichentrickfilme, die jeder kennt. Sie werden bis heute immer wieder neu verfilmt.

Ich spreche natürlich von Märchen.

Sie sind uralt und ewig neu. Sie wandern um die Welt und nehmen dabei andere Farben oder Gerüche an. Manchmal kehren sie zu uns zurück und wir erkennen einen alten Freund im exotischen Gewand. Vielleicht ist es genau das, was sie so zeitlos macht. Und viele Märchen-Motive sind nahezu universell – wir begegnen ihnen in ungezählten Varianten stets aufs Neue.

Märchen sind Heimat. Vertrautheit. Geborgenheit. Auch als Erwachsene haben sie deshalb einen festen Platz in meinem Herzen und in meinem Bücherregal. Und darum beginnt mit ihnen unsere gemeinsame Reise.

Weil wir in der Grimmheimat Nordhessen sind und ich im Rotkäppchenland zuhause bin, starten wir natürlich mit den berühmtesten deutschen Märchensammlern. Hier bei uns haben sich die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm die Geschichten erzählen lassen, die bis heute jeder als „Grimms Märchen“ kennt.

Ihre Handexemplare der „Kinder- und Hausmärchen“ gehören seit 2005 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Die Universität Kassel hat sie vollständig digitalisiert und ihr könnt sie hier einsehen. Die Originale könnt ihr in der „GRIMMWELT“ in Kassel bewundern. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Auf dem ersten Foto seht ihr ganz links die beiden ältesten Bücher meiner Märchensammlung – und es wird euch kaum überraschen, dass Grimms Märchen eins davon ist.

Man sieht ihm an, dass es oft gelesen und viel geliebt wurde. Hinten im Buch (letztes Bild) ist mit Bleistift der Preis notiert: 9,80 hat es einmal gekostet. – D-Mark, wohlgemerkt. :-) Der Schutzumschlag aus Papier ist schon lange verloren gegangen. Aber 2003 gab es eine Neuauflage mit dem identischen Cover-Motiv, deshalb kann ich es euch hier zeigen. (In gleicher Aufmachung wurde damals auch Andersens „Märchen“ neu aufgelegt. Das wird euch hier später noch einmal begegnen.)

Mein liebstes Grimm-Märchen

Mein liebstes Grimm-Märchen ist „Die Gänsemagd“. Erinnert ihr euch an das Pferd Falada, dessen abgetrennter Kopf sprechen konnte? An die Prinzessin, die den Hut des Hütejungen Kürdchen vom Wind fortpusten ließ, damit sie ungestört ihr goldenes Haar kämmen konnte? Manche Zeilen vergisst man nie. Diese hier gehören für mich dazu:

Weh, weh Windchen, nimm Kürdchen sein Hütchen und lass'n sich mit jagen,

bis ich mich geflochten und geschnatzt und wieder aufgesatzt.

Auch wenn sie heute oft modernisiert werden – ich habe genau diese Worte noch immer im Ohr. Solche Zeilen bleiben – und oft tragen wir sie ein Leben lang mit uns.

Habt auch ihr bestimmte Zeilen noch immer im Kopf?

Welches ist eure liebste von den Grimm’schen Geschichten – und welche Figuren habt ihr sofort wiedererkannt? Erinnert ihr euch an die Ausgabe, in der ihr als Kind gelesen habt – vielleicht sogar an eine in einer anderen Sprache?

Das Kommentarfeld wartet auf eure Erinnerungen.

Erzählt gern, was euch mit Grimms Märchen verbindet – und ladet, wenn ihr mögt, auch Bilder hoch.

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2 Kommentare

Juliane
Darüber, welches Grimms Märchen mein Lieblingsmärchen ist, muss ich noch nachdenken. Mir ist nämlich gerade aufgefallen, dass mir spontan keines als Lieblingsmärchen einfällt. Aber mir sind sie natürlich in der Kindheit auch vorgelesen worden. Und selbstverständlich habe ich auch eine Version, oder 2, zu Hause in Bücherregal stehen. ( Ich bin gerade in meinem Elternhaus. Und auch hier habe ich viele Bücher in meinem Regal.)

Bei den ersten Zeilen dieses Blogs ist mir ein anderes Buch direkt eingefallen. Kennst du "Erzählende. Affen" von Samira El Ouassil, Friedemann Karig?
Mythen, Lügen, Utopien - wie Geschichten unser Leben bestimmen
Fand ich richtig gut.
Gabi ↩ Antwort
„Erzählende Affen“ steht leider immer noch ungelesen im Regal…
Und um den Titel des Lieblingsmärchens gibt es auch bei mir durchaus Konkurrenz. „Allerleirauh“, zum Beispiel, und noch eine Reihe andere. Aber die Gänsemagd ist mir am präsentesten und ich habe dazu die klarsten Bilder im Kopf. Den Pferdekopf in dem dunklen Torbogen könnte ich zeichnen, so deutlich sehe ich ihn vor mir…

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